Philippe Pagnotta, Jacques Mourier, Les églises fortifiées de la Meuse : au cœur de la mémoire des terroirs, Conservation départementale des Musées de la Meuse, Conseil général de la Meuse, 1993, 18 €.

Dieses Werk erschien anlässlich der von der Museumsverwaltung des Départements Meuse organisierten Ausstellung und knüpft an eine Fotokampagne an, die unveröffentlichte Bilder dieses Kulturerbes vereinte. Es stellt ein lückenloses Bestandsverzeichnis zur Verfügung und bietet eine kritische Auseinandersetzung mit den Quellen.

Im Mittelalter und in der Neuzeit dient das Kirchengebäude nicht ausschließlich als Kultstätte, sondern es erfüllt zahlreiche soziale Zwecke, sodass sich das Geistliche und das Weltliche untrennbar vermischen. Es bildet den Mittelpunkt der Alltagssorgen und des Lebens der Gemeinde und spielt insbesondere eine Rolle als Zufluchtsort für die Landbevölkerung, die ständiger Ungewissheit in Gestalt von plündernden Soldaten oder Straßenräubern, die die ländlichen Gegenden ausbeuteten, ausgesetzt war. Im Inneren der Kirchengebäude und innerhalb der Friedhofsmauern mobilisierte sich der bäuerliche Widerstand. Die Festungskirchen stellen ein verkanntes Kulturerbe dar, das allzu häufig als nebensächlich und belanglos betrachtet wurde.